{"id":809,"date":"2014-01-20T07:42:21","date_gmt":"2014-01-20T06:42:21","guid":{"rendered":"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/?p=809"},"modified":"2014-01-20T07:42:46","modified_gmt":"2014-01-20T06:42:46","slug":"809","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/?p=809","title":{"rendered":"Flaute und Wolken stoppen \u00d6kostrom-Produktion (Welt-Online vom 24.12.2013)"},"content":{"rendered":"<p><b><span style=\"color: #000000;\">Flaute und Wolken stoppen \u00d6kostrom-Produktion<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Produktion von Solar- und Windstrom ist Anfang Dezember fast v\u00f6llig zum Erliegen gekommen. Der Betrieb anderer Kraftwerke ist unprofitabel. Ein Dilemma f\u00fcr Superminister Sigmar Gabriel. Von <\/span><a title=\"Autorenseite\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-wetzel\/\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\">Daniel Wetzel<\/span><\/a><\/p>\n<p>Deutsche \u00d6kostrom-Produktion macht Winterschlaf 1\/4<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/stromproduktion2013.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-810\" alt=\"stromproduktion2013\" src=\"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/stromproduktion2013.jpg\" width=\"580\" height=\"386\" srcset=\"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/stromproduktion2013.jpg 580w, http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/stromproduktion2013-300x199.jpg 300w, http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/stromproduktion2013-420x280.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00d6kostrom meldet sich ab <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Wind und Sonne tragen zuweilen \u00fcber weite Zeitr\u00e4ume fast nichts zur Stromversorgung bei. Als der Orkan &#8222;Xaver&#8220; abgezogen war, setze eine Flaute mit Hochnebel ein. In der Erzeugungskurve der zweiten Dezemberwoche wird der Windkraft-Anteil zu einer hauchd\u00fcnnen Linie. Auch die <b><span style=\"font-family: Times New Roman;\">Solaranlagen produzieren nur f\u00fcr zwei oder drei Stunden am Mittag minimale Mengen<\/span><\/b><\/span><span style=\"color: #000000;\">. Konventionelle Kraftwerke, in der Grafik die gro\u00dfe graue Basis, mussten die ganze Woche \u00fcber die <b><span style=\"font-family: Times New Roman;\">Last der Stromversorgung fast allein tragen<\/span><\/b><\/span><span style=\"color: #000000;\">. In Zeiten typischer winterlicher Hochdrucklagen kann eine solche Situation auch mal zwei Wochen anhalten. Der Beitrag von Biomasse- und Geothermie-Anlagen ist so gering, dass er in diesem Grafikma\u00dfstab nicht gezeigt werden kann. Die aktuell verf\u00fcgbaren Pumpspeicher k\u00f6nnten Deutschland vier oder f\u00fcnf Stunden lang mit Strom versorgen, nicht aber eine ganze Woche. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Fr\u00fchjahr erfreute eine Serie von Jubelmeldungen die Herzen der Energiewende-Fans. &#8222;Wind- und Solarstromproduktion so hoch wie nie&#8220;, verk\u00fcndete stolz das &#8222;Internationale Wirtschaftsforum Erneuerbare Energien&#8220; (IWR) am 19. April. \u00d6kostrom mit 35 Gigawatt im Netz, &#8222;dieser Wert entspricht der Leistung von 26 Atomkraftwerken&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">So ging es weiter: Die Besitzer von Fotovoltaikanlagen knackten den Solarstrom-Rekord am 27. Juli mit einer Einspeisung von 204 Gigawattstunden. Einige Zeit sp\u00e4ter schickten sich die erneuerbaren Energien sogar an, die komplette Stromversorgung Deutschlands zu \u00fcbernehmen. F\u00fcr die Dauer einer Stunde kamen die Betreiber von Wind- und Solaranlagen dem Ziel recht nahe: Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, deckten sie gegen 14 Uhr immerhin 67 Prozent des deutschen Strombedarfs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wer wollte angesichts solch kraftstrotzender Zahlen nicht von der Allmacht erneuerbarer Energien tr\u00e4umen? Orkantief &#8222;Xaver&#8220; sorgte ja noch Anfang Dezember f\u00fcr eine Windstrom-Menge, die dem Output von 26 mittleren Atomkraftwerken entsprach, meldete frohgemut erneut das M\u00fcnsteraner IWR.<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/flaute2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-811\" alt=\"flaute2\" src=\"http:\/\/rtw-freiolsheim.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/flaute2.jpg\" width=\"200\" height=\"133\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Energie<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Gab es einen besseren Beweis, dass erneuerbare Energien konventionelle Kraftwerke bereits weitgehend \u00fcberfl\u00fcssig gemacht haben? Sprach nicht auch die etablierte Energiewirtschaft l\u00e4ngst nur noch von &#8222;Residual-Kraftwerken&#8220;, wenn sie ihre eigenen Gas-, Atom- und Kohlebl\u00f6cke meinte? &#8222;Residual&#8220; f\u00fcr den &#8222;Rest&#8220;, der bestenfalls mal kurz aushelfen darf, wenn der Wind nicht weht?<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"color: #000000;\">Deutsche halten Kohle f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Jubelnachrichten der \u00d6kostrom-Statistiker haben allerdings bedenkliche Folgen. Viele B\u00fcrger sehen inzwischen das Gr\u00fcnstrom-Zeitalter schon zum Greifen nah, die Energiewende fast am Ziel. Wer braucht da noch Kohlekraftwerke?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nach einer aktuellen, repr\u00e4sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag der TU Bergakademie Freiberg glaubt ein Drittel der Deutschen, man k\u00f6nne in der Stromproduktion &#8222;ohne Probleme sofort oder bis 2020 auf Kohle verzichten&#8220;. Sie sch\u00e4tzen den Anteil von Stein- und Braunkohlestrom in Deutschland im Durchschnitt auch auf lediglich 25 Prozent. In Wahrheit liegt er mit 44 Prozent knapp doppelt so hoch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bei solchen Wissensdefiziten wundert es wenig, wenn die Energiedebatte gelegentlich von euphorischem \u00dcberschwang gepr\u00e4gt ist. &#8222;Vattenfall den Stecker ziehen&#8220;, &#8222;<\/span><a title=\"Kursdaten der Aktie RWE AG | DE0007037129 samt Empfehlungen, Informationen und Charts.\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/boerse\/aktien\/RWE-AG-DE0007037129.html\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\">RWE<\/span><\/a><span style=\"color: #000000;\"> enteignen&#8220;, &#8222;E.on aus dem Lande treiben&#8220;\u2013 warum nicht gleich heute noch, wenn die Erneuerbaren doch offenbar schon so viel Leistung bringen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Also Steuern her auf Steinkohle und Kernbrennst\u00e4be. &#8222;Entzieht den Braunkohlesch\u00fcrfern die Konzession sofort&#8220;: Solche Forderungen gr\u00fcner Umwelt- und Basisgruppen werden auch von der Mitte der Gesellschaft oft kritiklos weitergetragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die sch\u00f6nen Statistiken der \u00d6kostrom-Produktion haben nur einen Haken: Sie erwecken ein v\u00f6llig falsches Gef\u00fchl von Sicherheit. Erneuerbare Energien liefern in der kalten Jahreszeit \u00fcber Wochen und Monate hinweg oft kaum nennenswerte Strommengen. Einen Vorgeschmack lieferte das Orkantief &#8222;Xaver&#8220; Anfang Dezember: Kaum war es weg, kamen Flaute und Hochnebel.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"color: #000000;\">Windkraftanlagen stehen tagelang still<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die <\/span><a title=\"Homepage \u00d6kostrom\" href=\"http:\/\/www.oekostrom.com\/\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\">Wind- und Solarstromproduktion<\/span><\/a><span style=\"color: #000000;\"> lag in der vergangenen Woche durchgehend komplett danieder. Mehr als 23.000 deutsche Windkraftanlagen standen tagelang still. Eine Million Fotovoltaikanlagen, vom Verbraucher mit 108 Milliarden Euro subventioniert, stellten die Arbeit nahezu vollst\u00e4ndig ein und lieferten selbst zur besten Mittagszeit nur ganz kurz mal ein paar Kilowattstunden. Eine ganze Woche lang mussten da die ungeliebten Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke \u00fcberschl\u00e4gig gesch\u00e4tzt 95 Prozent der deutschen Stromversorgung \u00fcbernehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr den neuen Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) bedeutet der unzuverl\u00e4ssige Beitrag der erneuerbaren Energien ein Dilemma: Einerseits darf er die Energiewende nicht &#8222;abbremsen&#8220;, wenn er sich nicht dem von Opposition und \u00d6kostrombranche reflexhaft erhobenen Vorwurf aussetzen will, er stehe auf der Gehaltsliste von Kohlelobbyisten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Andererseits bringt es f\u00fcr die deutsche Stromversorgung gar nichts, wenn der \u00d6kostrom-Ausbau wie bisher weitergeht und dann eben statt 23.000 k\u00fcnftig 40.000 oder noch mehr Windr\u00e4der in der Flaute still stehen. Oder wenn sich die winterliche Dunkelheit schon am fr\u00fchen Nachmittag nicht auf eine Million, sondern auf zwei Million deutsche Solard\u00e4cher legt.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"color: #000000;\">Es gibt nicht genug Stromspeicher<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Stromspeicher, die Solar- und Windstrom f\u00fcr solche Flautezeiten aufbewahren k\u00f6nnten, stehen noch nicht einmal ansatzweise zur Verf\u00fcgung. Selbst wenn es der Bundesregierung gel\u00e4nge, wie geplant bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Stra\u00dfen und ans Stromnetz zu bringen: Ihre Batterien k\u00f6nnten Deutschland gerade einmal etwa sieben Minuten lang mit Strom versorgen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine winterliche Flaute dauert aber oft mal 14 Tage und l\u00e4nger. Die einzigen bislang wirtschaftlichen Stromspeicher sind die Stauseen in den Bergen. Doch alle Pumpspeicher Deutschlands w\u00e4ren nach f\u00fcnf bis sieben Stunden leer gelaufen, dann m\u00fcssten auch sie die Stromproduktion einstellen. Andere Speichertechniken wie &#8222;Power-to-heat&#8220; oder &#8222;Power-to-gas&#8220; stecken allesamt noch in den Kinderschuhen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">So bringt es vorerst wenig, wenn die Einspeisekurve von Solarstrom am Mittag immer h\u00f6here Spitzen erreicht. Die Nachfrage muss bei Sonnenuntergang ja doch wieder auf andere Art gedeckt werden: Die T\u00e4ler in der Einspeisekurve, die weiterhin von konventionellen Kraftwerken gef\u00fcllt werden m\u00fcssen, bleiben bestehen.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"color: #000000;\">Kein konventionelles Kraftwerk ist \u00fcberfl\u00fcssig<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Welche Kraftwerke in Zukunft hier noch den L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer spielen sollen, ist die Frage, die der Energieminister als Erstes l\u00f6sen muss. Denn erst haben Energiewende-Politiker mit bedingungslos verteilten \u00d6kostrom-Subventionen den gesamten konventionellen Kraftwerks-Park an den Rand der Pleite oder sogar schon dar\u00fcber hinaus getrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Jetzt stellt man fest: Kein einziges konventionelles Kraftwerk ist \u00fcberfl\u00fcssig geworden. In der nebeligen Flaute-Woche nach &#8222;Xaver&#8220; waren es die konventionellen Kraftwerke allein, die Deutschland mit Strom versorgten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u00a9 Axel Springer SE 2013. Alle Rechte vorbehalten<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flaute und Wolken stoppen \u00d6kostrom-Produktion Die Produktion von Solar- und Windstrom ist Anfang Dezember fast v\u00f6llig zum Erliegen gekommen. Der Betrieb anderer Kraftwerke ist unprofitabel. Ein Dilemma f\u00fcr Superminister Sigmar Gabriel. 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